Kapitel 1

 

Kapitel 1

 

Wir schreiben das Jahr 2011. Mehr als zweihundert Jahre schon befahren die sechs Boote das liebliche Wundermeer.

Alle sechs waren gefürchtete Menschen; aber immer nur zu Fuß unterwegs, richtige Menschen eben; bis auf Clementino, der lebte schon immer im Wald und wurde von Kobolden aufgezogen. Alle diese sechs haben ein schreckliches Geheimnis; jeder hat eine grauenvolle Tat begangen, welche der Grund dafür ist, dass sie auf ewig das Wundermeer befahren müssen.

 

Die Sonne lacht das erste mal seit gefühlten fünf Jahren in die sonst so kalte und trostlose Höhle der Prinzessin Liselotte. Ihre Augen waren Rot vom nächtlichen Lagerfeuer und ihre Hände schmerzen vom Feuer anzünden. Trotzdem hatte sie ein lächeln auf ihren Lippen; sie wagte sich sogar vor, bis an den Höhlenausgang. Es war schon lange Zeit her; seit dem sie das letzte mal so strahlend schöne und warme Sonne auf ihrer haut gespürt hatte. Das Wundermeer glänzte Türkis und weiter draußen auch in bunten Regenbogenfarben. Vorsichtig zog sie ihre Schuhe aus und tastete mit ihren Zehenspitzen nach der Temperatur des Wassers. Sie wunderte sich darüber, das es nicht noch eisig war, im Gegenteil, es war angenehm kühl. Sie stülpte sich ihre dreckigen Klamotten über und tauchte ein. „Welch eine Genugtuung“ dachte sie sich. Schon Monate war es her; als sie sich das letzte mal waschen konnte. Sie lachte und plantschte vergnügt im Wasser bis Clementino wie aus dem nichts mit seinem großen grünen Boot angeschossen kam; im Schlepptau das gemütlich schippernde Superburgerboot. Clementino war auser sich über das was er da sah. Er tobte und war sehr wütend, dass machte ihn gleich noch unattraktiver. Liselotte verstand nicht was in ihn gefahren war; aber Clementino stürtze ins Wasser und zog Liselotte hinaus; er legte sein Schiff an und stürtze sie wütend in ihre Höhle. Das gefiel Schendi gar nicht und sofort begann sein Magen wie wild zu knurren. Er rumorte, doch Clementino beruhigte sich schnell als er sah welche Freude Liselotte bei diesem verbotenen Bad empfunden hatte. Ihre Augen strahlten seit langem wieder in einem klaren blau; da war die Welt für ihm wieder in Ordnung. Trotzdem; er war erschüttert über die Unachtsamkeit seines Schützlings. Er sorgte sich um sie und ihre Sicherheit. Liselotte aber klagte Clementino laut ihren Schmerz. „Ich will wieder schöne Sachen tragen; ich will zurück ins Schloss, ich will meine Hollister Sachen; ich will mein iPhone wieder, ich will mich schminken; meine Haare wieder kurz und endlich wieder richtig blond haben.“ Sie war unzufireden so abgeschotten in einer Welt ohne Hollister und Technik zu leben. Clementino verstand das alles nicht; er erwiderte nur rau: „ Sei froh um dei Lebbe; hauptsache is, mir ho ebbes zu esse.“ Innlerich wühlte ihn diese Unzufriedenheit seines Schützlings sehr auf, doch er war kein Wortgewandter Mensch; er sahß meist still in seinem Bott und liebte es einfach nur das Meer zu betrachten. „Reden wird überbewertet“ war sein Lebensmotto.

So ließ er Burger, Pommes und Bier bei seiner Prinzessin und begab sich mit Schendi wieder weg von der Höhle. Die konnten dort nie lange verbleiben, es würde sonst zu auffällig werden und Mikelino könnte verdacht schöpfen. Und das war das letzte was Clementino wollte, er beschütze die Prinzessin mit seinem eigenem Leben. Schon früher Empfand er viel Zuneigung für Liselotte. Doch Liselotte liebte es mit Männern zu spielen, auch also mit Clementino. Er wäre für Liselotte niemals in Frage gekommen, da er wirklich sehr hässlich war. Man muss sich Clementino ungefähr so vorstellen:

Er war nicht klein; auch nicht groß, eben so etwas in der Mitte. Er hatte keine Körperspannung und lief eben stets mit eingeknicktem Rücken. Er hatte eine normalfigur, obwohl er so viel Burger aß. Das das grauen war überall unverkennbar. Clementino hatte einen borstigen Wuchs auf seinem Kopf; alles wucherte, und es gab keine Chance es in den Griff zu bekommen, überhaupt keine. Es wucherte Wild vor sich hin. In seinem Gesicht waren überall Warzen und nie verheilte Unreinheiten; überall traten schleimige Flüssigkeiten aus ihm heraus. Seine Zähne; in sofern noch welche da waren, standen kreuz und quer in seinem Mund herum; er roch aus seinem Mund nach totem Fisch und ausenherum wie schon einmal ausgekotzt. Einfach grauenvoll; jedem dem er zu nahe kam suchte sofort das weite. Auch wenn Clementino ein wahnsinnig gutherziger Mensch war; er war verdammt in seinem widerwärtigen Körper. Seine Tat war die schwerste Gewesen, deshalb wurde er zusätzlich damit bestraft. Sein einziger Freund der ihm nie von der Seite wich war Schendi. Die zwei waren einfach unzertrennlich. So also gab es für Clementino nie eine reelle Chance bei Liselotte zu punkten, denn auch sie ekelte sich sichtlich vor dem Kobold. Manchmal war Clementino dehalb sichtlich betrübt und wünschte sich im Frieden mit Mikelino zu leben; um ein wenig von seinem Rum zu bekommen, dass er alles besser vergessen kann. Doch dem war eben nicht so; also machten sich Schendi und Clementino los, um ein wenig auf dem Meer herumzuschippern und neue schöne Orte zu erkennen, der Tag konnte beginnen, und bei diesem schönen Wetter konnte Clementino auch ins Wasser tauchen & sich für kurze Zeit so fühlen wie ein akzeptierter Mensch.

 

Mehre Kilometer weg vom momentanen Standpunkt vom Koboldboot und dem Superburgerboot, ging das bunte Treiben schon los. Selinski schipperte vernebelt neben Kunkelino her; welcher schon dabei war, den ersten Kopf zu bauen. Selinski grinste wie eine breite Katze in die Sonne. Die beiden Suchten nach einem Strand wo sie anlegen konnten und ein wenig die Sonne genießen konnten. Sie hatten Mikelino einfach zurück gelassen; irgendwo, dieser randalierte nämlich grade auf seinem Boot; er hatte einfach zu viel Rum genossen und kämpfte jetzt mit Gewaltattacken welche er in spätestens acht Stunden wie immer bitter bereuen würde. Aber gut, er hatte nun mal die Macht des Rums, und konnte nach zweihundert Jahren immer noch nicht richtig damit umgehen. Doch dazu war der Blubbermeister an diesem frühen Morgen noch nicht bereit gewesen. Er wollte seine Ruhe; wie eigentlich immer. Und zu dieser Ruhe gehörte eine ordentliche Wasserpfeife. Selinski wollte einfach auch nur rumsitzen und freute sich auf die erste Dosis Dampf. Die beiden also Suchten einen Strand. Selinski guckte immer noch verstrahlt in die Sonne und begann lauthals zu singen: „I need a Dollar, Dollar, Dollar, a Dollar is what i need!“ Kunkelinos einzige Reaktion darauf war: „ Warum auch immer war mir das klar“ Das sagte er gerne; nahezu immer wenn irgendjemand irgendetwas tat. Er war nach außen hin eben ein sehr gemütlicher Typ; tat nur das was unbedingt notwendig war. Tief im inneren war er böse und gierte nach der Macht die Piratenfürst Mikelino inne hatte.

Die zwei fanden einen schönen Strand und machten es sich dort bequem. Total vernebelt genossen sie die Sonne; als sie es auf einmal rumoren hörten. Es bebte fürchterlich und Kunkelino dachte direkt an das Superburgerboot. Nur das Superburgerboot hatte die Macht das Wundermeer so arg ins schwanken zu bringen.

Da kam dem Blubbermeister blitzartig ein Gedanke. Wenn das Superburgerboot solche Unruhe verbreitete konnte es nur heißen das nicht die völlige Harmonie um ihn herrscht; was so viel Bedeutete das etwas nicht mit Clementino stimmte. Das wäre die perfekte Gelegenheit um Clementino zu besiegen und die Prinzessin wieder in den Bann zu ziehen. Ohne ein Wort entriss er Selinksi ihren Träumen, eine halte Minute später saßen die Beiden in ihren Booten und folgten dem Geräusch des wilden Treibens. Sie bewegten sich so schnell fort wie schon lange nicht mehr. Denn Eile und Hektik kannte Kunkelino eigentlich nicht; er war doch eher ein gemütlicher Typ; wie gesagt, er tat nur das nötigste. Doch jetzt hatte ihn die Gier nach der Prinzessin eingefangen. Für ihn stand viel auf dem Spiel; sollte es ihm gelingen zusammen mit Selinksi und Mikelino die Prinzessin wieder in ihre Macht zu bringen; würde er den Piratenfürsten damit ablenken; er wäre abgeschwächt und abgelenkt und mir nichts dir nichts würde er selbst das prächtige Piratenboot über das Wundermeer befördern. So hübsch malte Kunkelino sich die Zukunft aus; Mikelino wäre sein Diener und Selinksi würde er eintauschen gegen ein frisches fügiges Weib. Selinksi, so stellte er sich vor; würde nur noch als seine Putzfrau dienen; ihr Schiff entrissen bekommen und unterwürfig gehorchen. Bei diesem Gedanken leuchteten seine sonst sehr blassen grau grünen Augen Hell auf und sein Mund stand offen vor begeisterung. Er konnte es kaum noch abwarten endlich seine Träume in die Tat umzusetzen. Doch zuerst musste er das Superburgerboot und Clementino finden. Die beiden kamen dem Grollen immer Näher, es wurde immer lauter und immer Gewaltiger. Doch ein kleines Bisschen; der Eifer packte die beiden, sie waren so schnell unterwegs wie eine Maus die vor einem hungernden Katzentier davon lief. Gleich hatten sie es geschafft, die Lautstärke war kaum auszuhalten, doch dann, dann kam die bittere Enttäuschung. Als sie noch ein paar Meter zurück gelegt hatten, wurde Kunkelino schmerzlich bewusst, welchem Poltern er da hinterhergejagt war. Seine Enttäuschung konnte er kaum verbergen, sie stand ihm wie ins Gesicht geschrieben, doch dann, sah er nur noch Sternchen. Aus heiterem Himmel kam ein großes Fass auf ihn zugeflogen und er sank in sich zusammen. Nun lag er auf seinem Boot; blutverschmiert, mit enttäuschter Mine im Gesicht und völlig Bewusstlos.

 

Welchem Irrtum waren Selinksi & Kunkelino da wohl hinterhergejagt? & was hat das Attentat auf Kunkelino zu bedeuten? 

Lest morgen. :)


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